WordPress, Webflow oder Eigenentwicklung im Vergleich
Ein nüchterner Vergleich von WordPress, Webflow und individueller Entwicklung mit Next.js nach Kosten, Flexibilität, Performance und Sicherheit.
Drei Wege, eine Entscheidung
Am Anfang jedes neuen Webprojekts steht eine technische Grundsatzfrage. Welche Basis trägt die Seite über Jahre? Die drei häufigsten Optionen sind WordPress (das CMS hinter rund 43 Prozent aller Webseiten), Webflow (der visuelle No-Code-Builder) und eine individuelle Entwicklung.
Jede Option hat ihre Berechtigung. Entscheidend ist nicht, welche Plattform abstrakt die beste ist, sondern welche zum konkreten Projekt, zum Budget und zur langfristigen Strategie passt. Genau diese Frage gehört an den Anfang, bevor eine Zeile Code entsteht.
WordPress
Was es ist
Ein quelloffenes Content-Management-System, das als Blog-Plattform begann und heute von der digitalen Visitenkarte bis zum Online-Shop nahezu alles abdeckt.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Riesiges Ökosystem mit über 60.000 Plugins für nahezu jede Funktion | Performance leidet oft unter Plugin-Overhead (Ladezeiten von 3 bis 6 Sekunden) |
| Geringe Einstiegskosten, Hosting ab 5 EUR pro Monat | Häufigstes Angriffsziel im Web, bedingt durch die Verbreitung |
| Breite Verfügbarkeit von Agenturen und Freelancern | Updates für Core, Theme und Plugins können zu Konflikten führen |
| Redakteurfreundliches Backend für die Content-Pflege | Themes schränken die individuelle Gestaltung ein |
| WooCommerce als bewährte E-Commerce-Erweiterung | Über die Jahre sammeln sich technische Altlasten an |
Am besten geeignet für
- Content-lastige Seiten mit viel redaktioneller Arbeit
- Projekte mit kleinem Budget
- Online-Shops auf Basis von WooCommerce
- Teams, die das Backend selbst pflegen wollen
Webflow
Was es ist
Eine SaaS-Plattform, die visuelles Webdesign mit Hosting und CMS verbindet. Gestaltet wird im Browser, der Code entsteht automatisch.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Visueller Editor, Gestaltung ohne Code | Kosten ab 14 USD pro Monat, mit CMS ab 23 USD pro Monat |
| Sauberer HTML- und CSS-Output | Vendor Lock-in, die Seite lebt nur auf Webflow |
| Hosting inklusive CDN und SSL ab Werk | Keine eigene Backend-Logik und keine Datenbanken |
| Komplexe Animationen ohne eigenes JavaScript | E-Commerce deutlich eingeschränkter als WooCommerce |
| Strukturierte Content-Sammlungen über das CMS | Trotz No-Code ist Designverständnis nötig |
Am besten geeignet für
- Designagenturen, die schnell prototypen wollen
- Marketing-Seiten mit aufwendigen Animationen
- Projekte, bei denen Designer ohne Entwickler arbeiten
- Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung
Eigenentwicklung mit Next.js
Was es ist
Eigenentwicklung mit modernen Frameworks wie Next.js, Nuxt oder Astro. Der Code gehört dem Auftraggeber, jede Zeile ist gewollt.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Maximale Performance, Lighthouse-Score von 95 bis 100, Ladezeiten unter 1,5 Sekunden | Höhere Initialkosten, professionelle Entwicklung hat ihren Preis |
| Volle Kontrolle ohne Plugin-Overhead und ohne Kompromisse | Content-Änderungen benötigen technisches Know-how oder ein Headless CMS |
| Skalierbarkeit von der Landingpage bis zur Enterprise-Plattform | Solide Handarbeit braucht mehr Zeit als ein Template |
| Minimale Angriffsfläche, da kein CMS-Backend angreifbar ist | |
| Statisch generierte Seiten mit sehr guten Core Web Vitals | |
| Kein Vendor Lock-in, der Code bleibt im Eigentum des Auftraggebers |
Am besten geeignet für
- Unternehmen, die maximale Performance und SEO brauchen
- Projekte mit individuellen Anforderungen
- Marken, die sich technisch von der Konkurrenz abheben wollen
- Langfristig denkende Unternehmen
Der direkte Vergleich
| Kriterium | WordPress | Webflow | Eigenentwicklung |
|---|---|---|---|
| Performance | 3 bis 6 Sekunden (optimiert 2 bis 3 Sekunden) | 1,5 bis 3 Sekunden | 0,5 bis 1,5 Sekunden |
| Kosten über fünf Jahre | 2.000 bis 8.000 EUR | 5.000 bis 15.000 EUR | 4.000 bis 12.000 EUR |
| Flexibilität | Hoch, mit Einschränkungen durch Themes | Mittel, visuell flexibel, logisch limitiert | Unbegrenzt |
| Sicherheit | Höchstes Risiko, häufigstes Angriffsziel | Hoch, managed Plattform | Sehr hoch, minimale Angriffsfläche |
| Content-Pflege | Intuitives Backend | Visueller Editor | Abhängig vom Headless-CMS-Setup |
Unsere Empfehlung
Für die meisten Kundenprojekte empfehlen wir eine Eigenentwicklung mit Next.js. Die Gründe sind klar benennbar. Die Performance ist kaum zu schlagen, die Seite bleibt zukunftssicher und skalierbar, es gibt weder Plugin-Chaos noch typische CMS-Sicherheitslücken, und der Code bleibt dauerhaft im Eigentum des Auftraggebers.
Für content-lastige Projekte mit vielen Redakteuren bleibt WordPress eine gute Wahl, besonders in einem Headless-Setup mit WordPress als Backend und Next.js als Frontend. So verbindet sich eine vertraute redaktionelle Oberfläche mit der Geschwindigkeit einer statisch ausgelieferten Seite.
Die Technik muss zur Strategie passen
Ein universell bestes CMS gibt es nicht. Die richtige Wahl hängt von Zielen, Budget und langfristigen Plänen ab. Deshalb beginnt bei uns jedes Projekt mit dem weiter denken, dem Verstehen der Ausgangslage, bevor sich die Frage nach der Technik überhaupt sinnvoll beantworten lässt.
Wer diese Entscheidung nicht allein treffen möchte, findet in einem Gespräch über das Projekt eine ehrliche, technologieunabhängige Einschätzung. Wie wir arbeiten, beschreibt unsere Mission.